97 | Barbara Ambrusch-Rapp | KinderHeimatBoxen

Barbara Ambrusch-Rapp's Beschäftigung mit dem Thema „Heimat“ hat sich ihr „förmlich aufgedrängt. In Gesprächen mit Menschen aus meinem Umfeld kam immer wieder der Begriff Heimat zur Sprache, mit teilweise völlig unterschiedlichen Zugängen. Daraus wuchs das Bedürfnis, mich mit dem, was Heimat eigentlich ausmachen könnte, auseinanderzusetzen.“

Sie sammelt seit 2012 ihr anvertraute Gegenstände von Menschen, die über diese Relikte und eigens verfasste Briefe sehr persönliche Zugänge zu ihrem Heimatbegriff offenlegen. Oft stehen Kindheitserlebnisse im Vordergrund, wenn es darum geht, eine Definition von Heimat für sich zu finden. Ambrusch-Rapp: „Ich meine, dass die kindlichen Prägungen, welcher Art auch immer, einen großen Einfluss auf die persönliche Definition von Heimat haben - auch in späteren Jahren.“

Für die Ausstellung „KinderHeimatBOXen“ (1. bis 25. 9., Living Studio Extra, Stadtgalerie Klagenfurt zu Gast im Architekturhaus Kärnten) hat Ambrusch-Rapp auch mit Menschen gearbeitet, die aus ihrer Heimat nach Europa geflüchtet sind - ein Thema, das derzeit die Nachrichten bestimmt. Gemeinsam haben sie sich auf die Suche nach Orten, Zuständen oder Erlebnissen auf ihren oft dramatischen Lebenswegen begeben, die sie an ihr ganz persönliches Daheim erinnern.

Da es unmöglich war, die entsprechenden Relikte im Original zu beschaffen, wurden sie gemeinsam mit der Künstlerin nachgebaut. Berührend war für die Künstlerin unter anderem die Erkenntnis, dass es „egal ist, woher ich komme und in welcher Kultur ich aufwachse - die körperlichen und sozialen Grundbedürfnisse sind auf der ganzen Welt gleich. Wenn etwa Anne aus dem Kongo in schönen Erinnerungen an die wunderbare Kürbissuppe ihrer Großmutter schwelgt, könnte es sich dabei genauso um den nostalgischen Rückblick von Matteo aus Italien handeln ...“

Neben einer Auswahl an diesem Sammelsurium, luftdicht in Folie „konserviert“, sind auch Papier- und Videoarbeiten der Künstlerin zu sehen. 

Alle Ausstellungsdetails

Überblick über vergangene und künftige Arbeiten & Projekte

Aktuelle Infos der Künstlerin

Fotos: Martin Rauchenwald, Ambrusch-Rapp (2) 

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