146 | Betty Quast | Almenrausch

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Betty Quasts bisherige Lebensreise klingt rein geografisch ungewöhnlich: Die Münchnerin lebte lange in Berlin und Wien, bevor sie schließlich in St. Veit/Glan Fuß fasste.

„Meine Mutter war Wienerin, deshalb war Österreich immer schon eine zweite Heimat für mich. Und nach so vielen Jahren in Großstädten wollte ich einfach aufs Land.“

Die freischaffende Schriftstellerin sagt: „Ich brauche das Südliche“ und schätzt an Kärnten die Schnittpunktlage zwischen mehreren Mentalitäten und die Vielfalt der größer gefassten Region.

Solch ein erweiterter regionaler Raum – nämlich München, das Alpenvorland, Tirol und Südtirol – war auch eine prägende Achse ihrer Jugend als Münchnerin. Und sie spielt eine große Rolle in ihrem druckfrischen, zweiten Buch.

„Almenrausch“ (Verlag Wolf, 17,90 Euro) ist eine lyrische, prosaische und fotografische Annäherung an die Alpen, ihre landschaftlichen Reize, aber auch ihre Interdependenzen mit Tourismus, Klima und Kommerzialisierung.

„Mithilfe aller drei Genres möchte ich versuchen, die Geschichte einer Reise in die Alpen zu erzählen – mit all ihren Sehnsuchtsbildern, ihren schönen aber auch unschönen Entdeckungen“, erklärt Quast.

Den Leser nimmt die Autorin dabei mit auf einen Trip zu vereisten Gebirgsbächen und einsamen Bergkapellen, vorbei an sprühenden Schneekanonen, Liftwarteschlangen und schwebenden Gondeln. Schön und manchmal schäbig.

Fazit: Perfekte Winteridylle, gebrochen von der Realität. Ein Buch wie geschaffen für den Winterurlaub!

Foto: Gabriele Russwurm-Biro; Betty Quast