35 | Cordula Simon | Sammler

35 | Cordula Simon | Sammler

Für die Grazerin Cordula Simon war der 13. Mai mit ihrer Nominierung erst der aufregende Start. Als eine von zwei österreichischen Autorinnen liest sie Anfang Juli in Klagenfurt bei den 37. Tagen der Deutschsprachigen Literatur um den begehrten Bachmannpreis. Das große Zittern beginnt erst.

Die 1986 geborene Grazerin studierte deutsche und russische Philologie in Graz und Odessa (Ukraine). Sie koordiniert die Jugend-Literatur-Werkstatt in Graz, ist Mitglied der Literaturgruppe plattform, schreibt für die Sonntagsbeilage G7 der Kleinen Zeitung und den CampusGuide der Karl-Franzens-Universität Graz.

Bislang veröffentlichte sie Texte unter anderem in manuskripte, Zeit-Campus, Schreibkraft, Opus, lichtungen u.a.

An Preisen und Auszeichnungen mangelt es Simon in ihrer, noch jungen, Karriere wahrlich nicht. 2009 gelang ihr der Durchbruch mit dem 1. Preis beim Zeit-Campus Literaturwettbewerb. Es folgte der manuskripte-Förderpreis 2010 und 2011 das Reise- und Staatstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (bmukk). 2011 gewann sie den Gustav-Regler-Förderpreis des Saarländischen Rundfunks. Im Vorjahr gewann sie erneut das Startstipendium des bmukk, den Rotahorn Literaturpreis, den Literaturförderungspreis der Stadt Graz sowie eine Prämie für ihr gelungenes Romandebüt für “Der potemkische Hund“. 2013 nahm sie am Literarischen Colloquium in Berlin teil.

Zurzeit lebt und schreibt sie in Odessa. Dem Falter berichtete sie unlängst, die meiste Zeit im Kaffeehaus zu sitzen und zu schreiben. In die Ukraine kam Simon über das Auslandssemester, bei dem sie sofort Anschluss zu lokalen Studierenden fand. Den Alltag in der Ukraine muss man sich laut Simon vorstellen „wie bei uns vor 30 Jahren. Nur dass man überall WLAN hat. Ich bleibe so lange, bis es mir keinen Spaß mehr macht oder mir das Geld ausgeht. Das kann noch ein bisschen dauern“, erklärte sie unlängst dem Falter.

“Mir hat es in der Ukraine auf Anhieb gefallen. Außerdem kann man sich dort das Leben auch als Autorin noch leisten”, meint Simon.

Sammler ist nennt sich der Text, den es diese Woche als E-Book bei den knallgelben Stickern von Projekt Ingeborg gibt. Es ist nicht Simons Bachmann-Text! Dieser darf erst während des Wettbewerbs – durch die Lesung – veröffentlicht werden.

Foto: Wolfgang Schnuderl/CC

34 | Karsten Kampitz | Jörg Haider und ich

34 | Karsten Kampitz | Jörg Haider und ich

Karsten Kampitz kommt aus Berlin und hat dennoch viel mit Klagenfurt zu tun. Im Sommer 2009 beteiligte er sich mit „Heimgehen“ , einem Auszug aus einer Novelle, im Rahmen der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ am Bachmann-Bewerb, erhielt dort die meisten Leservotings und gewann den Publikumspreis.

Mit dem Publikumspreis einher geht das Klagenfurter Stadtschreiberstipendium, das den Schriftsteller und gelernten Historiker und Politikwissenschafter ein Jahr später wieder nach Klagenfurt führte. Gleich für mehrere Monate bewohnte er das Schriftstelleratelier im Europahaus und nahm regen Anteil am Geschehen in der Landeshauptstadt.

Zu viel – wie die einen meinten. Gerade richtig, so die anderen.

Krampitz’ Aufenthalt sorgte jedenfalls für Aufsehen und rege Diskussionen – vor allem die Recherchearbeiten für den ersten Text, den Krampitz in Klagenfurt verfasste: Für die Rezension des Gästebuches zur Jörg Haider Ausstellung, die zu dieser Zeit im Bergbaumusuem stattgefunden hat, „borgte“ er sich dieses kurzerhand aus. Noch bevor seine „Rezension“ in der Literaturzeitschrift „Volltext“ erschienen war, waren die Kärntner Medien voll mit Berichten über die „Entführung“ des Haider-Gästebuches!

Karsten Krampitz, Foto: Amrei-Marie/CC

Als historisch und politisch interessierter Mensch nahm er auch an der traditionellen Ulrichsbergfeier beim Herzogstuhl teil und erlebte dort – nach eigenen Worten – eine „Begegnung der dritten Art“. Im Festzelt beim Herzogstuhl wurde er aber gleich drei Mal zum Verlassen aufgefordert.  „Der Chef der Ulrichsberggemeinschaft (Engelbert Tautscher, Anm.) erteilte mir Hausverbot. Einfach so. Ohne Begründung. Ich fand das lustig. Vielleicht sagte er das, weil ich längere Haare habe.” Krampitz erklärte, die Heilige Messe mitfeiern zu wollen, dann habe er doch bleiben dürfen. „Ein Festzelt voller Nazis, die Gott um Vergebung bitten! Dass ich das noch einmal erleben darf!“

Seine Erfahrungen als Klagenfurter Stadtschreiber hat Karsten Krampitz gemeinsam mit seinem Stadtschreiber-Nachfolger Peter Wawerzinek (Bachmannpreis- und Publikumspreisträger des Jahres 2010) in „Crashkurs Klagenfurt – Poesie und Propaganda“ niedergeschrieben. Das Buch ist 2011 in der „Edition Meerauge“ des Klagenfurter Verlagshauses Heyn erschienen.

Jörg Haider und ich nennt sich der pingeb.org-Text der Woche. Er stammt aus Krampitz’ Handbuch der Freiheit. Wer jetzt meint, es wäre eine Abrechnung des eher linken Autors mit rechten Elementen in Kärnten, täuscht sich.

Bücher von Karsten Krampitz gibt es auch bei Heyn in Klagenfurt.

Fotos: Helmut Zechner/Heyn, Marie Amrei/CC

33 | instant avi | one day

33 | instant avi | one day

instant avi sind Karin Loitsch und Jozej Stikar. Das Duo spielt eigentlich immer zu Viert – mit dabei sind noch Hansi Rainer (Kontrabass) und Lan Stickar (Percussion). Die Band gibt es seit 2009, da erschien das Album Innocent Queen.

Der Sound wandelte sich seitdem drastisch: Anfangs war viel Elektronik dabei, nun ist man eine reine Akkustik-Formation. Derzeit arbeitet man am nächsten Album, das Ende des Jahres erscheinen sollte.

instant avi

Die beiden sind zwar Villacher, haben aber doch Verbindungen nach Klagenfurt. Stikar ging als Rosentaler in der Landeshauptstadt zur Schule, Loitsch hat eine zeitlang hier gearbeitet.

Album Innocent QueenMusik spielte bei beiden von klein auf eine große Rolle. “Mit fünf Jahren schleppte ich ein Akkordeon vom Dachboden, um damit zu spielen”, erinnert sich Stikar, der sein Brot als freischaffender Musiker sowie Klavierlehrer verdient und nicht nur im zweisprachigen Kulturbetrieb eine musikalisches Größe ist.

Loitsch sang als kleines Mädchen liebend gerne zu den wenigen Musikkassetten, die sie hatte. Auch Loitsch ist als Modedesignerin beruflich kreativ. Die Musikerin ist übrigens auch Namensgeberin der Band: Ihr kleiner Bruder konnte Karin noch nicht aussprechen und nannte sie daher “Avi”. Und Instant? “Karin will alles jetzt und sofort”, meint Stikar mit einem Lächeln.

one day nennt sich der Song, der sich bei den pingeb.org-Stickern versteckt. Ihn gibt es in zwei Variationen – eine Akkustik-Version und eine ältere vom Album Innocent Queen. “Es ist das Gute-Nacht-Lied für die angeblich Schüchternen”, erklärt Loitsch. Entstanden ist das Lied bei einer Party, die Loitsch musikalisch mit der Gitarre untermalte. Als die Gäste  noch ein letztes Lied hören wollten, forderte die Musikerin dazu auf, ihr doch drei Stichwörter zu geben. Aus diesen entstand der Song – seit damals blieben Text und Melodie weitgehend unverändert.

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32 | Captain Knife | Pool Boy

32 | Captain Knife | Pool Boy

Der Sound von Captain Knife zeichnet sich durch die Abwesenheit des Rock’n'Roll-Instruments Nr. 1, der Gitarre, aus. Die 16 Arme und 16 Beine von Captain Knife hält das jedoch nicht davon ab, in mehrstimmigen, repetitiven Strukturen mehr an AC/DC als an Joseph Haydn zu erinnern. Für ihren Stil müssen neue Schubladen gefunden werden – Brachialchanson trifft es wohl am ehesten.

Cello, Viola und Violine garniert mit Piano, Saxophon, Bass, Pauke und Schlagzeug sind die Ingredienzien des unverwechselbaren Stils des “Teufelsorchesters”, wie sie sich selbst auch bezeichnen. “Das Debütalbum Melody Harder ist eine eigensinnig, dreckig, düster treibende Berg- und Talfahrt, die sich um Kettensägen, Blut, Beuschel und expressionistische Lyrik dreht”, heißt es im Pressetext. Es sei ein Schlagwerk mit Streichern und Bläsern, bei dem sich Tom Waits und Dmitri Shostakovich betrinken und eine Werkzeugkiste fänden.

Captain Knife

Besetzungsliste – Captain Knife sind:
Alexander Martinz: Gesang, Piano
Daniel Müller: Schlagzeug
Paul Wurzer: Percussions
Ulrike Kreuzer: Cello
Ute Pipp: Viola
Karl Gmeiner: Violine
Thomas Ferenci: Saxophon
Sascha Müller: Gesang, Bass

Captain Knife

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Das Debütalbum von Captain Knife, Melody Harder, wurde im Zeitraum August bis September 2012 im Studio von Chris Janka in Wien aufgenommen. Produziert wurde das Album von David Hebenstreit (aka Sir Tralala), gemastert von Martin Siewert. Sir Tralala ist am Track 11 – Skini Mi Se Gola – als Wikingerchor zu hören.

Der digitale Erscheinungstermin des Albums ist am 9. Mai 2013 – am selben Tag findet das Album-Release-Konzert im Wiener Club Chelsea statt. Die Single “Home Again” erscheint am 24. April 2013, der physische Release (CD und 180 g Vinyl in limitierter Auflage mit handbedrucktem Cover) erfolgt am 3. Juni 2013.

Das Artwork zum Albumcover hat Luise Rath beigesteuert. Erschienen ist das Album beim Label “no!No records”.

Sobald es Bestell-Links gibt, werden sie hier umgehend nachgeliefert.

Pool Boy, nennt sich der bislang noch unveröffentlichte pingeb.org-Song der Woche. Als “Balkan Lied” bezeichnet, führt “Pool Boy” in zahllosen Variationen durch verschiedene Lebensumstände. Der Protagonist schlägt sich im Rhythmus des Schlagzeugs durchs Leben. “What more can a poor boy do?”

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Foto: Mario Baumgartner

31 | Thirteen Days | Nightlife

31 | Thirteen Days | Nightlife

Thirteen Days nennt sich eine noch junge Band aus Klagenfurt, die bei der Produktion keine Kosten und Mühen scheut. So arbeitet man mit dem Produzenten Francesco Catitti von The Electric Diorama zusammen und engagierte die Mastering-Legende Brian Gardner, der schon für den Sound von Blink 182, den Foo Fighters oder Black Eyed Peas verantwortlich zeichnete.

Gegründet wurde die Formation 2008 mit der Intention genau die Musik zu schreiben, die sie selber gerne hören möchte. Das erste Album mit dem passenden Titel Start It Now erschien 2009.

Thirteen Days - Love, Fear & FireWährend 2010 und 2011 unablässig getourt wurde, begannen gleichzeitig die Arbeiten am Nachfolgewerk Love, Fear and Fire, das nach eigenen Aussagen sowohl soundtechnisch, wie im Songwriting ein neues Kapitel der Bandgeschichte darstellt.

Den ganzen April und Mai befindet sich die Band im Studio und arbeitet am dritten Longplayer, der im Frühjahr 2014 erscheinen soll.

Musikalisch am ehesten dem Pop-Punk-Genre zuzuordnen, besitzen Thirteen Days aber auf jeden Fall die nötige musikalische Eigenständigkeit, um aus dem oft austauschbaren Einheitsbrei der kommerziellen Major-Hit-Maschinerie herauszustechen.

Thirteen Days

Thirteen Days sind Roman Mischitz (voc/guit), Jürgen Oberhauser (bass/voc), Patrick Freisinger (guit/voc) und Tommy Hlatky (drums).

Nightlife nennt sich der pingeb.org-Song der Woche, den es diese Woche bei den knallgelben Stickern gibt. Wir wünschen viel Vergnügen beim Entdecken!

Konzerte: Die Band tourt unermüdlich. In nächster Zeit steht am 27. April auch ein Konzert in Klagenfurt an. Hier die restlichen Tournee-Daten:

  • 13/4 – Chruch of noise Festival – Mannersorf
  • 26/4 – Rockhouse – Salzburg
  • 27/4 – ((Stereo)) – Klagenfurt
  • 11/5 – Rock Night – Oberwart
  • 25/5 – Culture Factory  - Lustenau
  • 22/6 – Donauinselfest – Wien
  • 13/7 – Moonrock Festival – Weitersfelden

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30 | Naked Lunch

30 | Naked Lunch

Naked Lunch. Dabei geht es um Superlativen. Die 1991 gegründete und von vielen als “Österreichs beste Indie-Rock-Band” bezeichnete Formation erlebte im Laufe ihrer Karriere alle Höhen und Tiefen. Anfang der 1990er von MTV & Co. als Newcomer gefeiert, von Labels bald mit Plattenverträgen für Naked (1991) und Balsam (1992) gewürdigt. Nachdem mit den Alben Superstardom und Love Junkies der erhoffte internationale Durchbruch ausblieb, folgten ein tiefer Fall,  tragische Schicksalsschläge und eine Auszeit für die Band.

Anfang der 2000er Jahre kehrten Naked Lunch ins Studio zurück. Mit Songs for the Exhausted (2004) wurden alte Indie-Rock-Konzepte fallengelassen, um neue Möglichkeiten am Computer auszuprobieren. Kurz vor Ende der Aufnahmen brannte nicht nur Zamerniks Studio, der Fuzzroom, ab. Die Band fand anfangs auch keine Plattenfirma, die Songs for the Exhausted veröffentlichen wollte. Letztendlich glückte das Comeback, das Album verkaufte sich überraschend gut.

Naked Lunch, Foto: Ingo Pertramer

Mit Songs For The Exhausted haben sich Naked Lunch nach eigenen Aussagen ein künstlerisches Plateau geschaffen, von dem aus sie seither musikalisch und inhaltlich weitergehen.

Es folgten This Atom Heart Of Ours (2007) und der Soundtrack Universalove (2009). Mit ihrem Beitrag zu einer Theateradaption von Kafkas Amerika (2011) kam die Band in Österreich in der Hochkultur an – zu ihren eigenen Bedingungen, ohne ihren ästhetischen Widerstandsgeist aufzugeben, wie sie betonten.

“All Is Fever (2013) nun ist das denkbar beste, in seiner Schönheit und Konsequenz durch und durch erschütterndste Album, das Naked Lunch an diesem Punkt ihrer Geschichte machen konnten”, heißt es großmundig im dazugehörigen Pressetext. Abermals hätten sich die “wagemutigen Wahnsinnigen” im dritten Jahrzehnt ihres Bestehens von dem, was vorher war, gelöst.

Im – nicht gerade bescheidenen – Pressetext heißt es weiter: “Musik, die sich traut, schön zu sein. Wichtig. Groß. Mutig. Klug. Herzzerfetzend. Weltverlierend und weltumarmend, in ein und demselben Moment. Kein Aber, kein smartes Relativieren, keine erbärmliche Ironie. ,Keep it hooray.’”

Naked Lunch, Foto: Ingo Pertramer

Naked Lunch sind Oliver Welter (Gitarre & Gesang), Herwig Zamernik (Bass & Gesang), Stefan Deisenberger (Keyboard) und Alex Jezdinsky (Schlagzeug). Der Name “Naked Lunch” geht übrigens auf einen Roman von William S. Burroughs zurück.

Oliver Welters erste Worte auf All Is Fever lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Am Anfang von Keep It Hardcore (das ist nicht der pingeb.org-Song der Woche) heißt es:

„Keep it hardcore
keep it real
keep it left
and please keep your will
like a hammer
like a bullet
like a bomb.”

In Klagenfurt stehen an diesem Wochenende zwei Konzerte an: am Samstag, den 23., und Sonntag, 24. März. Karten gibt es unter anderem bei oeticket.com.

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29 | Squalloscope | Domino

29 | Squalloscope | Domino

Anna Kohlweis - SqualloscopeSqualloscope ist das zweite Alias der in Wien lebenden Anna Kohlweis. Die 1984 geborene Klagenfurterin veröffentlichte seit 2006 bereits drei Soloalben unter dem Namen Paper Bird. Kohlweis arbeitet hauptsächlich als “Ein-Frau-Fabrik” im Alleingang an Songwriting, Produktion, Aufnahme, Artwork und Videos.

Squalloscope als zweites Alias markiert einen persönlichen Neuanfang, ist ein Kilometerstein, eine Markierung im Türrahmen, das Herauswachsen aus alten Spitznamen, durchgelaufenen Schuhen. Kohlweis ist leidenschaftliche Schläferin, eifrige Träumerin seltsamer Träume und enthusiastische Sammlerin guter Geschichten.

Squalloscope - Soft InvasionsSoft Invasions ist das erste Squalloscope-Album, basierend auf Notizen aus Reisetagebüchern, und wurde im Sommer 2011 hauptsächlich in Kohlweis’ Zuhause produziert. Diverse Gäste wurden eingeladen, ihren Teil  zu dieser Sammlung an Songs über das Abreisen und Wiederkommen und die durchwegs bizarre Zeit dazwischen beizutragen.

Domino ist thematisch der Einstieg zum letzten Album “Soft Invasions”, das sich um das Reisen und Weiterbewegen, Weiterentwickeln, dreht. “Domino” ist der Anstoß,  zu gehen und aus Neugier jetzt mal “Ja” zu allem zu sagen, was so passieren könnte. Weil das Fremde eigentlich dann ja doch immer viel weniger unheimlich ist, als man dachte.

Den Song gibt’s bei den knallgelben pingeb.org-Stickern diesmal sowohl als Audio-only als auch als Video.

Konzerte in Klagenfurt sind zwar demnächst keine geplant. Die Musikerin informiert über aktuelle Termine jedoch in ihrem Newsletter.

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28 | FreiraumK

28 | FreiraumK

Üblicherweise werden hier Künstlerinnen und Künstler vorgestellt. Dieses Mal geht es um eine Kunstinitiative, den FreiraumK.

SchmutzkübelKBei den knallgelben Stickern von Projekt Ingeborg gibt es diesmal zwei Projekte von FreiraumK: Einerseits einen Ausschnitt aus dem Buch SchmutzkübelK… und andererseits ein Kunstwerk von Gerhard Leeb. Zur Vorstellung gibt es hier ein Interview mit einer der Initiatorinnen, Barbara Rapp.

“Der FreiraumK wird am
3. März nicht geschlossen”

Können Sie SchmutzkübelK und den FreiraumK kurz vorstellen?
Barabara Rapp: Mittlerweile mehr als sechzig Kunstschaffende bündeln derzeit ihre Kräfte auf FreiraumK. Wir verstehen uns als überparteiliche Plattform zur Vernetzung kritisch visionärer Menschen und streben zukünftig auch die Öffnung zu weiteren Aktivitätsfeldern, wie etwa der Wissenschaft, an.
Unser erstes Projekt, die Schmutzkübelkampagne, thematisiert die Unzufriedenheit vieler Menschen mit der politischen Situation in unserem Land. Im dazu erschienen Buch “SchmutzkübelK…” arbeiteten sich über vierzig Autorinnen und Autoren an den herrschenden Missständen ab.

Egal welcher Politiker am kommenden Sonntag die Wahl verliert – die Schmutzkübel der jeweils anderen werden als Argument herhalten müssen. War es Ihr Schmutzkübel?
Rapp: Ganz im Gegenteil – den politischen Schmutz produzieren ja nicht wir! Vielmehr packen wir den ganzen Dreck, der von den einschlägigen ProtagonistInnen über unser Land geschüttet wurde und wird, in Kübel bzw. in Schmutzkübelstatements als Text, Objekt, Bild, Performance und vieles mehr – und setzen den Verursachern das Resultat vor die Nase.

Barbara RappWoher kam die Idee für das Projekt und wie lange dauerte die Umsetzung?
Rapp: Der Klagenfurter Rechtsanwalt Günter Medweschek hatte mich im August vorigen Jahres auf politische Interventionen der Künstlerschaft angesprochen. Bei unserem ersten persönlichen Treffen nach einer Demo-Teilnahme in Klagenfurt beschlossen wir, die rundum ohnehin sehr aktiven Künstlerinnen und Künstler zu einem temporären Kollektiv zusammenzurufen und so all dem Wirken im Einzelnen über eine Art Verstärkerfunktion mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Anfang September fand eine erste Bestandsaufnahme im kleinen Kreise statt, da kam der Ball schon ins Rollen und war dann nicht mehr aufzuhalten: FreiraumK und die Schmutzkübelkampagne waren geboren.

Gab es irgendeine Reaktion vonseiten der Adressaten der Aktion?
Rapp: Die werden wir wohl spätestens dann erhalten, wenn wir sie demnächst direkt mit ihren, praktisch selbst produzierten, Schmutzkübeln konfrontieren. Bisher lag unser Fokus verstärkt darauf, die unzähligen politischen Grauslichkeiten bis zum dritten März nicht unter der Tünche der Wahlkampflobhudeleien verschwinden zu lassen. Was uns auch besonders am Herzen liegt, ist die Anregung zum Mitreden, zur Zivilcourage. Mit unseren Aktionen im öffentlichen Raum, über die Brücke der Kunst, möchten wir alle Menschen dazu motivieren, die anerzogene Unterwürfigkeit abzulegen, aus der Lethargie zu erwachen und endlich auch öffentlich zu ihrer Meinung zu stehen. Erste positive Rückmeldungen von Menschen, die nun tatsächlich erstmals “auf die Straße gehen”, nähren unsere Hoffnung auf einen Wandel.

Kann man sich noch einbringen oder endet das am 3. März, wie man es vermuten könnte?
Rapp: Was auch immer die Wahl am dritten März für ein Ergebnis bringen wird, die Arbeit von FreiraumK ist noch lange nicht zu Ende. Wir bekommen laufend Zuwachs, freuen uns weiterhin auf Unterstützung aus allen Bereichen der Gesellschaft und werden uns auch zukünftig mit brennenden Themen der heutigen Zeit auseinandersetzen.

Was außer dem Buch ist noch passiert?
Rapp: Nach einer Idee von Walter Fanta kam ja das Buchprojekt “SchmutzkübelK…” ins Laufen, das wir dann gemeinsam mit Peter Wieser vom Drava Verlag trotz sehr kurzer Vorlaufzeit realisieren konnten. Noch bis Ende März finden Lesungen dazu statt. Gemeinsam mit Kunstschaffenden aller Genres organisierten wir außerdem Ausstellungen und Performances im öffentlichen Raum, einen satirischen Politdiskurs mit Egyd Gstättner und Werner Schneyder, einen Filmabend mit Robert Schabus und vieles mehr – alles im Rahmen dieser etwas anderen Wahlkampagne – eben der Schmutzkübelkampagne vom FreiraumK.

Wo bekommt man das Buch und gibt es weitere Info-Quellen zur Aktion?
Rapp: Das Buch “SchmutzkübelK…” (ISBN 978-3-83435-710-0) gibt’s beim Drava Verlag, im gut sortierten Buchhandel oder bei den FreiraumK-Büchertischen im Rahmen unserer Veranstaltungen. Alle Termine und Informationen sind auf FreiraumK.com zu finden, auf Facebook sind auch schon die ersten laufend eintreffenden Schmutzkübelstatements zu sehen: facebook.com/FreiraumK.

Hinweis: Bei den knallgelben Stickern gibt es zwei Projekte von FreiraumK. Einerseits eine Mazze von Gerhard Leeb und andererseits einen kurzen Text von Elisabeth Christof.

27 | Martin Steinthaler | Frühling

27 | Martin Steinthaler | Frühling

Martin Steinthaler ist weder Musiker noch Literat. Er geht der Fotografie nach und wenn Kunst von Können kommt, hat er es definitiv verdient, von Projekt Ingeborg gefeatured zu werden.

Bereits in jungen Jahren wurde Steinthaler in den Bann der Fotografie gezogen. Sein ältester Bruder hatte im dunklen Keller ein Labor, wo er Filme selbst entwickelte. “Der Geruch der Chemie hat mich infiziert”, schildert “Tine”, wie ihn seine Freunde nennen. Neben dem Studium in Graz verdiente sich der Architektur-Student mit sportlichen Ambitionen (u.a. Olympia-Teilnahmer beim Segeln oder Staatsmeister im Mountainbike-Downhill) ein kleines Zubrot mit der Fotografie.

Seit 2004 ist Steinthaler Profi-Fotograf, die Architektur (u.a. Sunset Club im Strandbad) fast nur noch ein Steckenpferd.

Martin Steinthaler

“Was Tine angreift, wird zu Gold.” Diesen Satz hört man nicht selten, wenn man mit Steinthalers Freunden spricht. So verwundert es kaum, dass es über den autodidaktischen Perfektionisten Preise regnet. Steinthaler gilt als großer Abräumer bei Kärntner Werbepreisen – bei vielen wichtigen Auszeichnungen wie Creos oder Twister waren und sind seine Fotos mit dabei.

Seine größte Auszeichnung? “Ein Sportfoto von mir erschien weltweit im Magazin des Canon Professional Networks”, verrät Steinthaler.

Steinthaler drückt vielfältig ab – von Porträts über Werbefotografie bis hin zu Landschaften. Mit seine Fotos in diversen Publikationen wirbt etwa die Kärnten Werbung für die Schönheit des Landes.

Das pingeb.org-Goddie der Woche gibt es bei allen knallgelben Stickern vier Fotos mit Frühlingsgrüßen aus Kärnten.

tine-01-150 tine-02-150 Kärnten Werbung Wörthersee im Ruderboot 2012-08-29 Kärnten Werbung Wörthersee im Ruderboot 2012-08-29

Links:

Fotos: © Martin Steinthaler

26 | Isabella Straub | Südbalkon

26 | Isabella Straub | Südbalkon

Isabella Straub ist eine gebürtige Wienerin, die es nach Klagenfurt verschlagen hat. Seit dem Abschluss des Studiums der Germanistik und Philosophie ist sie als Journalistin – unter anderem für die Kleine Zeitung – tätig. Daneben ist sie selbständige Werbetexterin (Agentur »textbar«) und nun auch Autorin.

Isabella StraubGefühlvolle Reportagen, satirische Essays und ironische (Selbst-)Beobachtungen - dafür lieben sie die Leser. Dass irgendwann ein Roman folgen würde, war von Anfang an klar. Am 6. März erscheint er (endlich).

Die Teilnehmerin der Leondinger Literaturakademie 08/09 wurde zuletzt mit Auszeichnungen und Preisen förmlich überschüttet. So war sie unter anderem 2009 im Finale um den Werner Bräunig Preis, woraus sich ein Engagement beim renommierten Aufbau Verlag ergab. 2011 gewann Straub den Wortlaut Wettbewerb.

Cover SüdbalkonSüdbalkon ist der erste, aber sicher nicht der letzte, Roman Straubs.

Ruth Amsel hat das, was der Rest der Gesellschaft sich wünscht: Freizeit. Oder auch: Nichts zu tun. Keinen Job, keine Kinder, nur einen Freund, für den sie mal eben das Siebte Flittchen spielen darf, bevor er wieder hinter dem Computer verschwindet.

Ruth ist eine Außenseiterin, aber gerade weil sie nicht am normalen Leben teilnimmt, kann sie uns alles darüber erzählen. Voll Sehnsucht und Abscheu zugleich schaut sie in die Wohnungen der anderen, verabredet sich aus Kostengründen stets in Möbelgeschäften zum Kaffee, trifft sich zum Rendezvous im Küchenstudio und beobachtet zur Ermunterung Kranke vor der Klinik. In der modernen Stadt mit der allgemein zur Schau getragenen Happyness findet sie einfach keinen Platz. Bis sie Pawel begegnet.

Einen Ausschnitt aus dem pingeb.org-Buch der Woche gibt’s für das Handy bei allen knallgelben Stickern. Eine Anleitung, welche Apps dafür nötig sind, gibt es unter Hilfe.

Links:

Fotos: Michael Gasser Photography