Ursula Wiegele

125 | Ursula Wiegele | Im Glasturm

sdfsdf afUrsula Wiegele ist zwar schon lange weg aus Kärnten. Nach dem Studium in Österreich und Italien blieb die Philosophin in Graz hängen, wo sie seit 1993 lebt und arbeitet. Ihre Prägungen, die sie zur vielfach ausgezeichneten Autorin werden ließen, macht sie aber in ihrer Heimat Villach fest.

In Wiegeles bisher zwei Romanen gibt es viele Bezüge zu ihrer Kindheit. Die Musik etwa, die in beiden Werken eine große Rolle spielt: Wiegele selbst begann mit 7 Klavier zu spielen und besuchte auch das Konservatorium Klagenfurt

Oder die stille Welt von Gehörlosen, die sie in ihrem zweiten Roman aufgreift. „Ich bin in einem Haus mit zwei Gehörlosen - Tante und Onkel - aufgewachsen. Das war für mich selbstverständlich. Ich habe erst viel später begonnen, darüber nachzudenken.“ 

„Im Glasturm" (Müry Salzmann, 19 Euro) handelt also von Clara, ein Musiktalent, das aber mit 8 Jahren gehörlos wurde und nun im Erwachsenenalter als Gemälderestauratorin arbeitet. Durch familiäre Umstände muss sie aus der Toskana zurück in die Wiener Wohnung ihrer Kindheit.

Wie Clara ohne zu hören die Welt erlebt, weiß Wiegele mit sensibel und genau zu beschreiben. Das erforderte Vorbereitung: „Ich habe Bio- und Autobiographien von Gehörlosen sowie Logopädie-Fachbücher gelesen. Und ich hatte intensiven Kontakt zu zwei gehörlosen Grazerinnen“, erzählt sie.

Ein Hauptaugenmerk legt Wiegele auf die sprachliche Komposition: „Ich achte immer auf Musikalität in der Sprache. In gewissem Sinn versuche ich, schreibend zu musizieren.“ Das ist gelungen. Trotz eingeschränkter Sinneswahrnehmung der Protagonistin schwingt der Roman sprachlich in sehr feinen Tönen.

Kurzbio und Auszeichnungen

bisherige Veröffentlichungen

Titelfoto: FotoGentile

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